Erfahrungsberichte

#ichhabssatt!

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Es erscheinen in diesem Beitrag wöchentlich neue Berichte zu unterschiedlichen Thematiken. Die Reihenfolge erfolgt dabei willkürlich. Immer so, wie die Berichte uns erreichen. Sollte euer Interesse noch nicht vertreten sein, seid mutig, schreibt uns und bringt euer Thema mit ein! Deinen Bericht kannst du an: aks.magdeburg@protonmail.com senden.

Distanzierung von den Erfahrungsberichten:

Die unten aufgeführten Berichte wurde allesamt von Fachkräften des sozialen Sektors verfasst. Sie teilen in diesen nicht nur ihre professionelle Draufsicht mit uns, sondern auch ihre damit verbundenen Bedürfnisse, Kritiken und Emotionen. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen für die Beiträge!

Wir als AKS Magdeburg gehen nicht unbedingt mit jeder Darstellung oder Äußerung die in den Erfahrungsberichten gemacht werden konform. Es liegt uns aber fern die persönlichen Perspektiven zu zensieren und damit Einfluss auf den hier entstehenden Diskurs zu nehmen. Stattdessen soll ein offener und vor allem respektvoller Austausch geschaffen werden. Bitte beteiligt euch gern, doch bleibt bei aller Emotionalität die die Berichte mitbringen, immer auch fachlich.

Wir freuen uns auf alle Rückmeldungen!

Vom Scheitern eines Projektes

„Der Beginn der Pandemie veranlasste uns, die Situation von wohnungslosen Menschen genauer in den Blick zu nehmen. […] Basierend auf diesen Eindrücken, versuchten wir ein Projekt zum Thema Wohnungslosigkeit zu starten. […] Das Interesse war auf Anfrage zwar immer da, trotzdem fehlte jede Beteiligung.“

Zum Bericht: Erfahrungsbericht Wohnungslosenhilfe

Abstinenzregel

„Nähe und Distanz in der stationären Jugendhilfe ist ein kontroverses Thema. Irgendwie legt dabei jeder selbst die Maßstäbe fest. Immerhin ist das Spektrum, wie das jeder für sich selber handhabt groß! Ich spreche dabei allerdings nicht ausschließlich vom physischen Nähe- und Distanzverhalten, sondern auch vom Psychischen. Ich spreche von all den „Tipps und Ratschlägen“, die die Pädagog*innen (teilweise) zu geben bereit sind….“

Zum Bericht: Abstinenzregel_Endfassung I

Barrierefreiheit Fehlanzeige

„Diese Erfahrungen konnte ich als Studentin der Sozialen Arbeit machen als wir für
eine Alters-Simulation temporär im Rollstuhl die Stadt Magdeburg erkundet haben.
Zusätzlich wurden Beeinträchtigungen wie ein eingeschränktes Sehvermögen und
erschwertes Hören simuliert. Hierbei wurde deutlich, wie selbstverständlich man als
nicht beeinträchtigter Mensch viele Dinge hinnimmt.“

Zum Bericht: Barrierefreiheit_Fehlanzeige

Das Märchen der Sozialen Arbeit und der Inklusion?

„Ein Punkt der mir vor und während des Studiums der Sozialen Arbeit auffiel, war jener das der Bereich der Sonderpädagogik, der Inklusion von Menschen mit Behinderung und das Grundwissen über dieses ‚von der „gesellschaftlichen Norm Abweichende“ nur bedingt thematisiert wird. Daher stelle ich mir die Frage: „Finden wir in der Sozialen Arbeit eine ausreichende Einbeziehung des Themas der Inklusion?“. Bislang konnte ich es nur bedingt feststellen.“

Zum Bericht: Sonderpädagogik Studium Endfassung I

Prekäre Arbeitsbedingungen

„Ich entschied mich nach 7 Jahren den Bereich der stationären Jugendhilfe zu verlassen, weil die Arbeitsbedingungen für mich nicht mehr haltbar waren. Meine Gesundheit fing an zu leiden und mein Verstand gleich mit. […] . Ich übe meinen Beruf wirklich gern aus, er ermöglicht mir Kreativität, Vielfalt und Begegnungen. Aber niemand hat mir gesagt, dass die Opferung der eigenen Lebenswelt als Einstellungskriterium geahndet wird.“

Mehr zum Bericht: Prekäre Arbeitsbedingungen

Etikettierung Systemsprenger*innen

„Am meisten stoße ich mich daran, dass das „Etikett „Systemsprenger“ den jungen Menschen in die Nähe eines Terroristen rückt, der Freude daran hat, Systeme in die Luft zu jagen“ (Schwabe/Stallmann 2021: 28). Allgemeines Labeling der jungen Menschen, sorgt dafür, dass sie einer unausweichlichen Ausgrenzung an gesellschaftlicher Teilhabe und allzu ausgeprägter Diskriminierung gegenüberstehen. Genau hier soll und muss doch die Soziale Arbeit ansetzen.“

Zum Bericht: Systemsprenger_innen

 Inmitten von Floskel und Wahrheit

„Vermutlich hat jede/r bereits diesen Satz während seiner/ihrer Berufslaufbahn zu hören und vielleicht auch zu spüren bekommen. Während meiner Dienstausübung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wie auch Jugendarbeit begegnete mir zumindest diese Binsenwahrheit nahezu täglich. „Nur weil du studiert hast, heißt das noch lange nicht, dass du jetzt als Klugscheißer durch die Gegend laufen musst und alles umdrehst“. „Nettes Statement“, dachte ich mir.“

Mehr zum Bericht: Qualitätsentwicklung_KJH

Zur Zivilcourage

„Oft nehme ich wahr, dass Menschen, die Ansicht haben, wenn sie eine Auffällige Situation bei Kindern und Jugendlichen oder zwischen Heranwachsenden und Eltern beobachten, dass sie die Einstellung haben „da kümmert sich schon jemand anderes drum!“.“

Zum Bericht: Zivilcourage_Endfassung

Personalknappheit in Kindertageseinrichtung

Die Arbeit als Erzieher*in ist nicht unbedingt ohne. Das war mir bereits klar, bevor ich die Ausbildung begonnen habe. Dass wir nicht nur Kaffee trinken, mit den Kindern spielen oder quatschend auf einer Bank im Garten der Kita sitzen, war mir auch klar. Allerdings war es mir nicht klar, dass wir mit so einer großen Personalknappheit, wenigen Personalstunden, selten erfülltem Betreuungsschlüssel und Co. konfrontiert werden.[…]. Mehrmals habe ich bei unserer Einrichtungsleitung auf den nicht eingehaltenen Betreuungsschlüssel aufmerksam gemacht. Die Antwort auf meine Bemerkung war: „Hausintern stimmt es doch.“.

Mehr zum Bericht: Kita 

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Soziale Arbeit im Gesundheitswesen- Akutkrankenhaus

„Sozialarbeiter*innen stehen nicht nur im Spannungsfeld des interdisziplinären Teams, welches aus Ärzt*innen, Pflegekräften und Patient*innen besteht, sondern der größte Druck erfolgt von oben, es geht immer um das Geld. Alles dreht sich um DRG, Liegezeiten, OP`s mit größtmöglichem Gewinn und Verlustverlegungen in andere Krankenhäuser.“

 Zum Bericht: Soziale Arbeit im Gesundheitswesen

Wie kann Soziale Arbeit erfolgreich funktionieren, wenn das System ständig an seine Grenzen stößt und zu versagen scheint?!

„Seit einem Jahr arbeite ich als Sozialarbeiterin in der ambulanten Jugendhilfe. Schon innerhalb der ersten Monate wurde mir bewusst, dass wir als Sozialarbeiter*Innen in diesem Arbeitsfeld, einer nachhaltig wirkenden Arbeit oft nicht nachkommen können. Den Grund dafür sehe ich darin, dass im 21. Jahrhundert noch immer Kinder- und Jugendliche durch diverse Systeme „fallen“ und daher keine adäquate, bedarfsgerechte Fremdunterbringung möglich ist.“

Mehr zum Bericht: Familienhilfe Endfassung

Unbezahltes Praktikum im Rahmen des Studiums „Soziale Arbeit“

Der Wecker klingelt früh am Morgen um 6.00 Uhr. Ich wache auf und denke: „Schön, in 16 Stunden bin ich wieder hier.“ Diese 16 Stunden sind aber geprägt von Arbeit nonstop. Zunächst geht es zum Pflichtpraktikum, welches im Rahmen des Studiums der Sozialen Arbeit absolviert werden muss. Nach 8,5h (inklusive Pause) geht es direkt danach weiter zum Nebenjob, um Geld zu verdienen, denn wie es im überwiegenden Teil der Sozialen Arbeit ist: „Praktikum? Ja gerne! Bezahlung? Nein, Danke!“

Mehr zum Bericht: Unbezahltes Praktikum

Teilzeit in der Sozialen Arbeit ist Fake

„Ich bin 25 Jahre alt, Mama einer 7 Monate alten Tochter und studiere im Master Soziale Arbeit. Momentan bin ich zwar noch mit dem Baby zu Hause, aber im nächsten Jahr werde ich meinen Master abschließen und beginnen zu arbeiten – wenn sich ein Teilzeitjob findet, neben dem man eine Familie und ein bisschen Freizeit haben kann. Und das ist auch schon mein Problem.“

Zum Bericht: Soziale Arbeit Teilzeit